6. Juni 2011

Der Mensch, das verführbare Wesen

Kategorie: Allgemein, Erfolg, Kommunikation, Management, Soziale Intelligenz, Ziele

Aus amerikanischen und britischen Serien kennen wir alle die eingespielten Lacher. Doch Lach- und Applauskonserven sind auch in den deutschen Fernsehshows keine Seltenheit. Da werden Publikumsreaktionen als Konserve aufgezeichnet und bei Bedarf eingeschnitten oder beigemischt.

Ein einfaches Prinzip

Doch warum stehen diese Mitschnitte bei Fernsehmachern so hoch im Kurs? Wenn es darum geht, Menschen zu überzeugen, dann gibt es ein einfaches Prinzip, das auf der Kraft dessen beruht, was sich sozial bewährt hat und was vielen anderen gefällt. Unsere Tendenz, anzunehmen, eine Handlung sei richtiger, wenn auch andere sie ausüben oder befürworten, wird in vielen Bereichen genutzt.

… mit klarer Botschaft

Dieser Effekt begegnet uns weitaus öfter, als wir vielleicht denken. In der Werbung wird der hohe Anteil zufriedener Kunden gern in Zahlen dargestellt, Beispiel: “93 % der Konsumenten sind vom Geschmack überzeugt.” Auch Obdachlose, die Spenden sammeln, lassen immer etwas Geld vor sich liegen, um zu signalisieren, andere Menschen hätten bereits etwas gegeben. In Fernsehsendungen, in denen öffentlich Geld für einen guten Zweck gesammelt wird, werden die Namen der Spender mit den jeweiligen Spendenbeträgen immer wieder vorgelesen oder eingeblendet. Zusätzlich wird die Gesamtspendensumme als Beleg für die hohe Beteiligung regelmäßig genannt. Die Botschaft in allen Fällen ist klar: Seht her, wie viele Leute sich beteiligt haben, etwas geben oder ein Produkt gut finden.”

“Gefällt mir” – nicht nur die Anzahl entscheidet

Es geht um soziale Bewährtheit. In den sozialen Netzwerken wird mit einer hohen Anzahl von Fans und Kontakten eine breite Akzeptanz des Unternehmens signalisiert. Auf Facebook kommt eine weitere Dimension hinzu: Die Persönlichkeiten hinter den Kontakten. Facebook bietet Webseitenbetreibern verschiedene Möglichkeiten, den Button “Gefällt mir” einzusetzen. Werden zusätzlich zu dem Button die Miniaturbilder von “Freunden” angezeigt, liegt die Klickrate neuer Fans um ein Mehrfaches höher, als wenn dies nicht der Fall ist.

Facebook erklärt das damit, dass die Nutzer ihren Freunden und Bekannten vertrauen und eventuell ähnliche Interessen haben. Menschen sind tendenziell an den Dingen interessiert, die anderen Menschen, die sie kennen, wichtig sind. Durch das angezeigte Profilbild (Miniaturformat) schenken sie deshalb dem dargebotenen Inhalt mehr Aufmerksamkeit. So führt neben der reinen Anzahl von Fans auch noch die Abbildung bekannter Menschen dazu, dass neue Nutzer eher bereit sind, sich den Artikel auch anzusehen und auf “Gefällt mir” zu klicken.

Angst vor sozialer Ausgrenzung

Gerade im Internet wird als Antrieb für dieses Verhalten auch die Angst vor sozialer Ausgrenzung gesehen. Der Stern schreibt in seiner Ausgabe Nr. 22 vom 26.05.2011: “Der Mensch ist von Natur aus ein verführbares Wesen, soziale Ausgrenzung bereitet ihm, das zeigen Studien, sogar körperliche Schmerzen. Wenn er vor einer Entscheidung erfährt, wie die Mehrheit tickt, wird er sich meistens dieser Mehrheit anschließen. Hirnmessungen in Computertomografen zeigen: nicht aus Bequemlichkeit oder der Hoffnung zu profitieren, sondern aus Furcht, ausgeschlossen zu sein. Jede Masse wirkt wie ein Magnet. Und im Netz ist es leicht, eine Masse zu imitieren.”

Kommunikation – das Ziel ist wichtig

Diese Kraft und die Macht großer Gruppen wird in sozialen Netzwerken erst richtig deutlich. Social Media verändert Kommunikationsströme und Marketingkonzepte grundlegend. Für unsere Kommunikation, insbesondere für die Unternehmenskommunikation, wird es deshalb immer wichtiger, das Ziel der Aktivitäten klar zu definieren, regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls anzupassen. Denn, was auch immer wir kommunizieren, es kann eine große Welle daraus entstehen.

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2. Juni 2011

ArbeitsKraft: Work-Life-Balance vom Chef gefördert

Kategorie: Allgemein, Führung, Karriere

Sinnvoll leben beginnt mit der Erkenntnis, dass Gesundheit, Fitness und eine Balance im Leben wesentliche Faktoren für den langfristigen Erfolg sind. Immer mehr Arbeitgeber erkennen, dass sich die körperliche Fitness ihrer Mitarbeiter auch positiv auf deren Arbeitsleistung auswirkt. Sie unterstützen deshalb ihre Mitarbeiter darin, etwas für ihre Gesundheit zu tun.

Wachsende Anforderungen und Zeitdruck im Job machen den Ausgleich außerhalb der Arbeit immer wichtiger. Karriere-Krankheiten wie Erschöpfungszustände, Burn-out oder Herzinfarkt kann damit vorgebeugt werden.

Timon Ebel, Fitnessexperte und Personal Trainer aus Köln, hat mit “ArbeitsKraft” ein innovatives Konzept umgesetzt, wodurch auch kleine und mittelständische Unternehmen die körperliche und geistige Performance ihrer Mitarbeiter fördern können.

An derzeit zehn verschiedenen Standorten in Köln können die Mitarbeiter der teilnehmenden Unternehmen von professionellem und effektivem Fitnesstraining profitieren. Neben Gerätetraining umfasst das Angebot Kurse wie Businessboxen, Rückenfit oder beispielsweise Bauch und Stretching.

Die Kosten für den Arbeitgeber sind abhängig von der Unternehmensgröße. Eine Firma mit 11 bis 50 Mitarbeitern zahlt lediglich 99,95 Euro pro Monat, zzgl. MwSt. Dafür können dann alle Mitarbeiter an allen Standorten innerhalb Kölns das komplette Fitness- und Kursangebot von ArbeitsKraft nutzen.

Interessenten finden weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten direkt auf der Website von ArbeitsKraft.

© Christian Braun

28. Dezember 2010

Vorsätze erfolgreich umsetzen

Kategorie: Allgemein, Erfolg, Ziele

Der Jahreswechsel hat etwas Magisches. Viele setzen daher auf das neue Jahr, um ihre Wünsche und Vorsätze (endlich) in die Tat umzusetzen.

Zu den Top-Vorsätzen für 2011 gehören laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK:

- Stress vermeiden, abbauen
- Mehr Zeit für Familie, Freunde
- Mehr Bewegung, Sport
- Mehr Zeit für sich selbst
- Gesünder ernähren
- Abnehmen
- Sparsamer sein
- Weniger fernsehen
- Weniger Alkohol trinken
- Rauchen aufgeben

Schätzungen zufolge setzt sich etwa jeder zweite Deutsche Vorsätze zum Jahreswechsel. Und doch ist der gute Wille oft nach ein paar Wochen wieder vergessen und alles läuft weiter wie bisher. Wie aus den Vorsätzen echte Erfolge werden können, verrät der Coach und Unternehmer Christian Braun.

Treffen Sie eine Vereinbarung mit sich selbst, in dem Sie die folgenden Schritte schriftlich ausarbeiten und eine Verpflichtung gegenüber Ihrem Ziel eingehen.

1. Messbar machen: Nur was Sie messen können, können Sie auch steuern. Was genau bedeutet “gesünder ernähren”? Reicht es bereits aus, statt 300 Gramm Schokolade nur noch 250 Gramm zu essen? “Mehr Zeit für die Familie” oder auch “abnehmen” sind bestenfalls Absichtserklärungen. Machen Sie Ihren Vorsatz konkret und messbar. Überlegen Sie sich, wie viel Zeit Sie konkret pro Tag oder Woche für Ihre Familie reservieren wollen. Wenn Sie abnehmen wollen, definieren Sie Ihr konkretes Zielgewicht.

2. Aufschreiben: Halten Sie Ihr Ziel schriftlich fest. Tun Sie es, auch wenn Sie der Ansicht sind, Sie bräuchten das nicht. Schreiben Sie Ihr Ziel auf. Dadurch wird es im Unterbewusstsein besser verankert.

3. Termin setzen: Setzen Sie sich einen konkreten Termin. Legen Sie fest, wann Sie Ihr Ziel erreicht haben wollen. Ihr Unterbewusstsein wird sich auf diesen Termin ausrichten.

4. Das Warum klären: Warum entscheiden Sie sich überhaupt für dieses Ziel? Notieren Sie sich alle Vorteile, die Sie mit diesem Ziel erreichen. Diese Gründe dienen als Antreiber für Ihre Motivation und helfen Ihnen durchzuhalten. Je mehr Gründe Sie finden, desto besser und wichtiger ist das für die Erreichung Ihres Ziels.

5. Hindernisse erkennen: Schreiben Sie auf, welche Probleme auftreten könnten, was möglichweise schiefgehen könnte oder welche Hürden zwischen Ihnen und Ihrem Ziel stehen. Weshalb haben Sie Ihr Ziel bisher noch nicht erreicht? Welche Schwierigkeiten sehen Sie?

6. Zusätzliche Fähigkeiten und Kenntnisse: Machen Sie sich klar, welche Fähigkeiten, welche Informationen oder welches Wissen Sie noch benötigen, um Ihr Ziel zu erreichen. Wer etwas erreichen will, das er bisher noch nicht erreicht hat, muss auch etwas tun, was er bisher noch nicht getan hat. Also, welche zusätzlichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Informationen würden Ihnen helfen?

7. Unterstützung suchen: Überlegen Sie, welche Menschen, Gruppen oder Organisationen Sie bei der Erreichung Ihres Ziels unterstützen können. Dabei geht es um hilfreiche Informationen, neues Wissen oder das Entwickeln von Fähigkeiten. Auch ein Erfahrungsaustausch, die regelmäßige Erinnerung an Ihr Ziel, wöchentliche Erfolgskontrollen oder ein Coaching sind wirkungsvolle Maßnahmen auf Ihrem Weg zum Ziel. Nehmen Sie Ihre Unterstützer von Anfang an mit ins Boot. Wer kann Sie unterstützen?

8. Maßnahmenplan erstellen: Richten Sie den Blick nach vorne. Was können Sie ab sofort tun, um Ihr Ziel bis zum gesetzten Termin tatsächlich zu erreichen? Halten Sie mindestens 20 Antworten schriftlich fest. Was können Sie konkret tun, um sich mit jeder Maßnahme (zumindest einen kleinen Schritt) in Richtung Ihres Ziels zu bewegen?

9. Aktiv werden: Wählen Sie eine Maßnahme aus, die Sie jetzt sofort und als Erstes umsetzen, um sich in Richtung Ihres Ziel zu bewegen. Warten Sie nicht, sondern werden Sie sofort aktiv. Beschließen Sie, jeden Tag etwas zu tun, was Sie Ihrem Ziel ein Stück näher bringt. Bleiben Sie konsequent.

Übrigens, mit Ihren Vorsätzen können Sie an jedem Tag im Jahr beginnen. Warten Sie nicht darauf, bis ein neues Jahr beginnt. Es gibt nur einen geeigneten Zeitpunkt, um zu beginnen, etwas zu verändern: Jetzt!

Und hier ein spezieller Service: Wer nicht gleich wieder aufgeben will, für den hat Christian Braun einen speziellen Service per E-Mail und über Facebook:

Alle bestehenden und neuen Fans der Facebook-Seite von Christian Braun, die einen Vorsatz erfolgreich umsetzen wollen und eine entsprechende E-Mail mit Ihrem Thema an info@braun-coaching.de schreiben, erhalten bis Ende März 2011 zusätzliche Unterstützung in Form von Impulsen, Tipps und Informationen, um ihr jeweils gesetztes Ziel besser erreichen zu können.

Copyright: Christian Braun

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7. Juni 2010

Von scheidenden Mitarbeitern lernen

Kategorie: Allgemein, Human Resources, Karriere, Management, Soziale Intelligenz, Unternehmenskultur

Unter dem Titel “Sag zum Abschied leise Servus” berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung in der Ausgabe vom 05./06. Juni 2010 über Unternehmen, die sogenannte Exit-Interviews mit Mitarbeitern führen, die von sich aus gekündigt haben.

Exit-Interviews mit scheidenden Mitarbeitern

Die Aussagen der scheidenden Mitarbeiter lassen wichtige Rückschlüsse zu, beispielsweise auf den Führungsstil des Vorgesetzten, das Betriebsklima oder die allgemeine Zufriedenheit der Belegschaft. Der FAZ-Artikel spiegelt insbesondere die guten Erfahrungen von Unternehmen, die regelmäßig Exit-Interviews führen.

InterviewLaut einer in dem Bericht zitierten Studie der Unternehmensberatung Kienbaum nutzt jedoch nur jedes dritte Unternehmen im deutschsprachigen Raum dieses Instrument, um Informationen darüber zu bekommen, warum ein Mitarbeiter kündigt, den das Unternehmen eigentlich halten wollte? Nicht nur im Zeitalter von Employer Branding, das auf die systematische Mitarbeitergewinnung und -bindung ausgerichtet ist, wundert diese geringe Quote. Ein Blick über die Personalabteilungen hinaus zeigt, dass in anderen Bereichen mit ähnlichen Instrumenten seit Jahren erfolgreich gearbeitet wird – nämlich im Vertrieb und im Marketing. Dort geht es um Kundengewinnung und -bindung.

Ein Wechsel der Perspektive

Das systematische und individuelle Management von Kundenbeziehungen hat in den letzten zehn Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Dahinter steckt eine ebenso einfache wie überzeugende Erkenntnis, die sich aus der Kostenbetrachtung ableitet. Die Gewinnung eines neuen Kunden verursacht im Schnitt etwa drei bis fünf Mal so hohe Kosten für ein Unternehmen wie die Bindung eines bestehenden Kunden.

Gute Vertriebsorganisationen analysieren deshalb genau, warum Kunden untreu werden. Die so gewonnen Erkenntnisse tragen unmittelbar zum künftigen Unternehmenserfolg bei. Sie fließen ein in die Marketingpolitik des Unternehmens, sind Grundlage für organisatorische Veränderungen und für strategische Entscheidungen des Managements.

Transfer vom Kundenmanagement zum HR-Management

Was für die Betrachtung der Kunden gilt, lässt sich im Grundsatz unmittelbar auf Mitarbeiter übertragen. Denn im Personalbereich gelten ähnliche Rahmenbedingungen. Eine Neubesetzung ist mit ungleich höheren Aufwänden und Kosten verbunden als die Bindung guter Mitarbeiter. Ebenso liefert die Analyse der Kündigungsgründe scheidender Mitarbeiter dem Unternehmen wertvolle Daten, darunter nicht nur neue Erkenntnisse über den inneren Zustand der Organisation, sondern auch Informationen darüber, was die Konkurrenz zu bieten hat.

© Christian Braun
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25. Mai 2010

Kultur der Erfolgreichen – Führung braucht Werte

Kategorie: Allgemein, Führung, Management, Unternehmenskultur, Werte

Die Kultur eines Unternehmens drückt aus, welche Wertvorstellungen die Geschäftsleitung und die Führungskräfte haben und sie steht für die Art und Weise des Umgangs miteinander.

Deshalb wirkt die Kultur einer Organisation immer auf alle Bereiche. Jede Aktivität in einer Organisation wird durch die gelebte Kultur des Hauses gefärbt und beeinflusst.

Langfristig effektives Management und Unternehmenserfolg setzen eine bestimmte Kultur innerhalb der Organisation voraus. Das gilt auch und gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten. Aber was zeichnet erfolgreiche Unternehmen aus? Ein Blick hinter die Kulissen erfolgreicher Unternehmen bringt Antworten:

  • Prinzipien
  • Leistungsanspruch
  • Menschlichkeit
  • Vertrauen
  • Kooperation
  • Offenheit
  • Verantwortung

(1) Prinzipien – die Qualität des Handelns

Wirksames Management orientiert sich an Prinzipien. Ihre Einhaltung erfordert kein Talent, wie häufig fälschlicherweise angenommen. Was man braucht, um Grundsätze und Prinzipien einzuhalten, ist Einsicht und Disziplin – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Langfristig erfolgreiche Führungskräfte kennen die Prinzipien, die ihr Handeln prägen. Dazu gehört beispielsweise die konsequente Orientierung an Resultaten, also der Blick auf den Output einer Aktivität, die Konzentration auf Wichtiges und Wesentliches sowie die optimale Nutzung vorhandener Stärken.

Prinzipien regeln die Qualität der gesamten Aufgabenerfüllung einer Führungskraft. So ist ein prinzipienorientiertes Handeln die Basis für jeden langfristigen Erfolg.

(2) Leistungsanspruch – operative Exzellenz

Die Basis erfolgreicher Organisationen liegt bereits im betrieblichen Alltag. Professionalität in der Tagesarbeit ist Grundlage für nachhaltigen Erfolg.

Der eigene Anspruch, die Dinge jeden Tag aufs Neue bestmöglich tun zu wollen, die Dinge also richtig zu tun, eröffnet Potenziale zur Steigerung von Effizienz und Effektivität – jeden Tag. Der Schlüssel dazu liegt einzig und allein in der eigenen Einstellung und im eigenen Denken.

(3) Menschlichkeit – der Mensch im Unternehmen

Langfristig erfolgreiche Unternehmen vergessen nicht, dass zu einem florierenden Unternehmen vor allem die Leute gehören, die durch motivierte Arbeit den Erfolg eines Unternehmens sichern. Sie wissen, dass die Leistung eines jeden Einzelnen ausschlaggebend für den Erfolg und damit für den Gewinn des Unternehmens ist.

Zahlreiche Unternehmen setzen zur Bewältigung von Veränderungen nur bei Prozessen oder Rahmenbedingungen an. Dabei wird häufig übersehen, dass Gewinnerzielung und Markterfolg nachhaltig nicht ohne die Menschen im Unternehmen möglich sind und schon gar nicht gegen sie.

Effektive Führung stellt den Menschen in den Mittelpunkt der Betrachtung. Denn Menschen sind es, die Visionen, Strategien, Ideen, Strukturen und Prozesse entwickeln. Der Mensch ist der treibende Erfolgsfaktor im Unternehmen. Eine gute Führungskraft verliert die eigenen Mitarbeiter deshalb zu keiner Zeit aus dem Blick, sondern er stützt und fördert ihre Entwicklung langfristig. So gibt der Unternehmer Wolfgang Grupp (Trigema), der nie einem Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt hat, eine Arbeitsplatzgarantie für die Kinder seiner Mitarbeiter.

(4) Vertrauen – der besondere Motivator

Vertrauen – und zwar wechselseitiges Vertrauen – führt automatisch auch zu Motivation. Die Erfahrung zeigt und Studien belegen, die größten Motivatoren für Menschen sind Menschen. Deshalb gilt oft: Mitarbeiter verlassen nicht Unternehmen, sondern oftmals ihre jeweiligen Führungskräfte. Erfolgreiche Organisationen nutzen diesen Zusammenhang zur Bindung ihrer Mitarbeiter und stärken damit ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Gefühltes Vertrauen setzt auch in Krisenzeiten enorme Kräfte frei. Es geht darum, zu wissen, dass sich Mitarbeiter im Ernstfall auf Ihren Vorgesetzten verlassen können und dass sich der Chef im Ernstfall auf seine Mitarbeiter verlassen kann. Der Umkehrschluss ist in der Praxis leicht erkennbar: Misstrauen verhindert Motivation und schwächt das Unternehmen.

(5) Kooperation – Stärken erkennen und bündeln

Der Mensch ist nicht allein auf der Welt. Daraus wachsen enorme Chancen, die erfolgreiche Unternehmen für sich nutzen. Andere Menschen bieten Potenziale, unterstützen die Selbstwahrnehmung, fördern Motivation und bieten die Chance auf Hilfe. Dadurch fördern andere Menschen die eigenen Erfolge und die eigene Entwicklung. Der erfolgreiche Informationsaustausch über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Xing & Co. spiegelt diesen Aspekt mehr denn je.

Die Bereitschaft zur Kooperation – intern wie extern – ist Maßstab und Kennzeichen für den Erfolg in Unternehmen. Die Einstellung, alles selber und alleine schaffen zu wollen, führt in die Isolation. Das gilt für Volkswirtschaften ebenso wie für einzelne Mitarbeiter in einem Unternehmen. Kooperation ermöglicht die Nutzung zusätzlicher Chancen, senkt die Kosten und mindert Risiken.

(6) Offenheit – konstruktiv offene Diskussionskultur

Erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich fast immer auch durch eine offene Kultur aus – in international ausgerichteten Organisationen auch als “Open Discussion Culture” bezeichnet. Sie ermöglicht es, Kritik offen zu äußern und Schwierigkeiten oder Konflikte unabhängig von Hierarchien konkret und sachlich anzusprechen und dadurch schnell zu lösen.

Grundsätzlich stärkt konstruktive Kritik jede Unternehmenskultur. Sie fördert die persönliche Entwicklung und bewirkt ein effektives und angenehmes Miteinander. Sie erhöht die Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Deshalb verbessert sie Arbeitsabläufe und stabilisiert Strukturen.

Es gilt das Motto: ‘Put the fish on the table’. Es ist wichtig, Schwierigkeiten und Probleme schnell auf den Tisch zu packen – solange ‘der Fisch noch frisch’ ist. Wenn er bereits angefangen hat zu stinken, und das tut der Fisch bekanntlich vom Kopf her, dann sind die Probleme oft schon sehr tief verankert.

Zu dieser Kultur gehört auch die Bereitschaft und die Fähigkeit des Managements, Mitarbeitern zuzuhören und deren Belange, Ideen und Probleme ernst zu nehmen. Ein geeignetes Instrument sind regelmäßige persönliche Gespräche ohne feste Agenda und über alle Hierarchieebenen hinweg.

(7) Verantwortung – auf allen Ebenen

Die Übernahme von Verantwortung ist keine Frage natürlicher Begabung. Es ist der persönliche Entschluss, für das, was man tut, wirklich einzustehen. Wer nicht zu seiner Verantwortung steht, ist keine Führungskraft und schon gar kein Unternehmer.

Immer wieder ist jedoch zu beobachten, dass außergewöhnliche Erfolge den Nährboden für die Entwicklung von Größenwahnsinn bilden. Die Überschätzung der eigenen Kräfte und das Ausblenden komplexer Wirkungszusammenhänge sind ein Zeichen für fehlendes Verantwortungsbewusstsein.

Die Wirtschaft ist voller Beispiele, in denen gut laufende und profitable Unternehmen irgendwann durch abenteuerliche Firmenübernahmen oder gewagte Finanzkonstruktionen an den Rand des Abgrunds geführt wurden.

INA Schaeffler wuchs innerhalb von zehn Jahren von 1,5 Milliarden Euro Umsatz (1998) auf 8,9 Milliarden Euro (2008). Das Unternehmen war dabei stets profitabel und galt als hervorragend geführte, solide Firma – bis zu dem großen Fehler im Jahre 2008, der Übernahme von Conti. Porsche, einst der profitabelste Autobauer der Welt, verlor seine Unabhängigkeit mit dem Versuch, VW zu übernehmen. Die Hypo Real Estate erwarb für mehr als fünf Milliarden Euro den Staatsfinanzierer Depfa – der große Fehler, der das Unternehmen in den Abgrund riss.

Die Bereitschaft in der Wirtschaft, echte Verantwortung zu übernehmen, schwangt all zu oft mit dem Kriterium, ob mit Entscheidungen eine persönliche Haftung verbunden ist.

Fazit

Unternehmenskultur ist keineswegs abstrakt. Sie ist vielfältig und wird immer von Menschen geschaffen. So prägen die Charaktermerkmale der Unternehmenslenker und der Führungskräfte in besonderem Maße auch den Erfolg der gesamten Organisation. Erfolgreiche Unternehmen nutzen gerade in schwierigen Zeiten, die Stärke und die Kraft, die aus ihrer Kultur erwächst.

© Christian Braun
Website: www.braun-coaching.de
Twitter: http://twitter.com/Christian_Braun