11. Juni 2010

Bewerbungshomepage – neue Wege für Jobsucher

Kategorie: Human Resources, Karriere

Das World Wide Web hat längst Einzug gehalten in die Recruitingprozesse der Unternehmen. Personaler nutzen die sozialen Netzwerke, um mehr über die Bewerber zu erfahren. Nun wählen auch Jobsucher vermehrt den gezielten Weg über das Internet, um Kontakt aufzunehmen und sich potenziellen Arbeitgebern zu präsentieren.

Die eigene Bewerbungshomepage bietet neben den etablierten Kommunikationswegen neue Chancen. Gleichzeitig sind jedoch wichtige Punkte zu beachten.

Bewerbung via WebDie Bewerbungshomepage enthält alle relevanten Informationen und ist in weiten Teilen ähnlich aufgebaut wie eine klassische Bewerbung. Neben der Hauptseite mit dem Lebenslauf werden auf Unterseiten Zeugnisse, Referenzen oder weitere Downloads angeboten. Berufliche Ziele, ein Kurzportrait, Links zu anderen relevanten Webseiten und Arbeitsproben können zusätzlich integriert werden.

Gezielte Information

Die Wirksamkeit einer Bewerbungshomepage wird durch die Vorteile des Mediums Internet unterstützt: Alle Informationen lassen sich hierarchisch strukturieren und sinnvoll verlinken. Einzelne Themen können vom Leser deshalb gezielt vertiefen und komplett erfasst werden. Auch ein roter Faden kann so besonders herausgestellt werden.

Professionalität

Andererseits müssen Informationen in einer Bewerbungshomepage manchmal erst mühevoll zusammengesucht werden und sind deshalb eventuell nicht gleich griffbereit. Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit sind deshalb im Web das A und O. “Bei einer Bewerbungshomepage kommt es nicht darauf an, einfach auf ‘irgendeine Art’ im Netz dabei zu sein. Ein wenig professioneller Internetauftritt kann, ähnlich wie bei Websites von Unternehmen, eher schaden als nutzen. Die Internetpräsenz muss passen, wie ein Maßanzug”, betont Dr. Markus Braun, HR-Experte und Unternehmensberater aus München.

Vertraulichkeit

Jobsuchern, die sich für eine Bewerbungshomepage entscheiden, muss klar sein, dass sie ihre Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Neben dem Schutz der Privatsphäre geht es auch darum, Vertraulichkeit im Bewerbungsverfahren zu wahren. Bei Berufseisteigern mag dies kein wesentliches Argument sein. Deutlich sensibler ist das Thema bei Personen, die sich aus einer ungekündigten Stellung heraus verändern wollen. In diesen Fällen darf die Bewerbung gerade nicht über Suchmaschinen durch die Kollegen und Chefs im alten Unternehmen gefunden werden.

Mario Stamm, Experte für Weblösungen und Geschäftsführer der MCM NetworX GmbH schlägt dafür eine einfache und wirkungsvolle Lösung vor: “Ein Zugriffsschutz durch HTTP-Authentifizierung lässt sich schnell einrichten. Es ist der übliche Weg, um nur ausgewählten Benutzern den Zugriff auf bestimmte Daten und Websites zu erlauben”, erklärt Stamm. Da die Bewerbungshomepage generell als Ergänzung einer E-Mail-Bewerbung gesehen werden sollte, lassen sich die Zugangsdaten auf diesem Weg einfach übermitteln.

Fazit

In den vergangen Jahren hat sich die Bewerbungslandschaft zunehmend verändert. Multimediale Bewerbungen und die direkte Kontaktaufnahme mit den Unternehmen werden für Arbeitssuchende immer wichtiger. Die eigene Bewerbungshomepage ersetzt jedoch nicht die schriftliche Bewerbung oder gar das persönliche Vorstellungsgespräch. Sie ist vielmehr eine Ergänzung, um auf sich aufmerksam zu machen und sich gegenüber potenziellen Arbeitgebern besser zu präsentieren.

© Christian Braun
Website: www.braun-coaching.de
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7. Juni 2010

Von scheidenden Mitarbeitern lernen

Kategorie: Allgemein, Human Resources, Karriere, Management, Soziale Intelligenz, Unternehmenskultur

Unter dem Titel “Sag zum Abschied leise Servus” berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung in der Ausgabe vom 05./06. Juni 2010 über Unternehmen, die sogenannte Exit-Interviews mit Mitarbeitern führen, die von sich aus gekündigt haben.

Exit-Interviews mit scheidenden Mitarbeitern

Die Aussagen der scheidenden Mitarbeiter lassen wichtige Rückschlüsse zu, beispielsweise auf den Führungsstil des Vorgesetzten, das Betriebsklima oder die allgemeine Zufriedenheit der Belegschaft. Der FAZ-Artikel spiegelt insbesondere die guten Erfahrungen von Unternehmen, die regelmäßig Exit-Interviews führen.

InterviewLaut einer in dem Bericht zitierten Studie der Unternehmensberatung Kienbaum nutzt jedoch nur jedes dritte Unternehmen im deutschsprachigen Raum dieses Instrument, um Informationen darüber zu bekommen, warum ein Mitarbeiter kündigt, den das Unternehmen eigentlich halten wollte? Nicht nur im Zeitalter von Employer Branding, das auf die systematische Mitarbeitergewinnung und -bindung ausgerichtet ist, wundert diese geringe Quote. Ein Blick über die Personalabteilungen hinaus zeigt, dass in anderen Bereichen mit ähnlichen Instrumenten seit Jahren erfolgreich gearbeitet wird – nämlich im Vertrieb und im Marketing. Dort geht es um Kundengewinnung und -bindung.

Ein Wechsel der Perspektive

Das systematische und individuelle Management von Kundenbeziehungen hat in den letzten zehn Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Dahinter steckt eine ebenso einfache wie überzeugende Erkenntnis, die sich aus der Kostenbetrachtung ableitet. Die Gewinnung eines neuen Kunden verursacht im Schnitt etwa drei bis fünf Mal so hohe Kosten für ein Unternehmen wie die Bindung eines bestehenden Kunden.

Gute Vertriebsorganisationen analysieren deshalb genau, warum Kunden untreu werden. Die so gewonnen Erkenntnisse tragen unmittelbar zum künftigen Unternehmenserfolg bei. Sie fließen ein in die Marketingpolitik des Unternehmens, sind Grundlage für organisatorische Veränderungen und für strategische Entscheidungen des Managements.

Transfer vom Kundenmanagement zum HR-Management

Was für die Betrachtung der Kunden gilt, lässt sich im Grundsatz unmittelbar auf Mitarbeiter übertragen. Denn im Personalbereich gelten ähnliche Rahmenbedingungen. Eine Neubesetzung ist mit ungleich höheren Aufwänden und Kosten verbunden als die Bindung guter Mitarbeiter. Ebenso liefert die Analyse der Kündigungsgründe scheidender Mitarbeiter dem Unternehmen wertvolle Daten, darunter nicht nur neue Erkenntnisse über den inneren Zustand der Organisation, sondern auch Informationen darüber, was die Konkurrenz zu bieten hat.

© Christian Braun
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