Entscheiden heißt Probleme lösen

Kategorie: Allgemein, Entscheiden, Führung, Management

Zu den zentralen Aufgaben einer Führungskraft gehört es, Entscheidungen zu treffen, und die Verantwortung für diese Entscheidungen zu übernehmen.

Viele Führungskräfte tun sich schwer mit Entscheidungen. Dabei ist eines sicher: Wer nichts tut, abwartet und aussitzt, der entscheidet sich meist für die schlechteste aller Lösungen. Entscheidungsschwäche ist Führungsschwäche und wer nicht entscheidet ist keine Führungskraft.

Was heißt es, eine Entscheidung zu treffen?

Entscheidungen umfassen immer die Suche nach Möglichkeiten für Problemlösungen und schließlich den Entschluss für eine bestimmte Problemlösung. Sich entscheiden bedeutet damit, alle anderen Handlungsmöglichkeiten auszuschließen.

Das setzt voraus, das Problem richtig zu begreifen und sich die bestehenden Handlungsmöglichkeiten zunächst einmal bewusst zu machen. Gute Vorarbeit ist also die Grundlage für richtige Entscheidungen. Diese Vorarbeit beginnt mit der Frage: Worum geht es wirklich?

Es gilt, bevor man eine Entscheidung trifft, möglichst viele Informationen zu sammeln, alle vorstellbaren Möglichkeiten (inklusive der “Nullvariante” = alles bleibt wie es ist) durchzuspielen, auf Chancen, Risiken, Konsequenzen zu prüfen und zu bewerten. Wichtig dabei: Es gibt immer eine Alternative und es gibt immer noch mehr Alternativen, als wir bisher kennen. So hat man als Führungskraft Alternativen zu Hand, um sich die Zukunft offen zu halten und auf Veränderungen flexibel reagieren zu können, ohne dabei das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren.

Eine Entscheidung ist nicht mit dem Entschluss beendet. Gerade die Realisierung muss stets Bestandteil des Entscheidungsprozesses sein. Das schließt ein, den Umsetzungsprozess mittels Feedback-Berichten und eigenen Eindrücken zu überwachen.

Zusammengefasst kommt man in den meisten Fällen durch die Einhaltung der folgenden sieben Schritte zu guten Entscheidungen:

1. Präzise Bestimmung des Problems
Worum geht es wirklich?

2. Spezifikation der Anforderungen
Welche Anforderungen müssen mindestens erfüllt sein?
Was wird gebraucht in dieser Situation für dieses Unternehmen?

3. Herausarbeiten aller vorstellbaren Alternativen
Welche Alternativen gibt es (noch)?

4. Analyse von Vor- und Nachteilen, Risiken und Folgen für jede Handlungsmöglichkeit
Welche Annahmen liegen jeweils zugrunde?
Wie ist die jeweilige Bindungsdauer und die Reversibilität?
Was kann im ‘Worst-Case’ passieren?

5. Entschluss für eine Alternative
Es ist alles durchdacht!
Was sagt die innere Stimme (Bauchgefühl)?

6. Planung und Umsetzung der Entscheidung
Maßnahmen, Personen, Termine?
Wer, was, bis wann, wie und mit wem?

7. Feedback zum Umsetzungsprozess (Kontrolle)

Wir treffen täglich unzählige Entscheidungen. Dafür gibt es kein Patentrezept. Entscheidungen sind keine Rechenaufgabe und nicht allein Sache des Verstandes. Auch das Bauchgefühl muss stimmen. Wie ausführlich die sieben Schritte durchlaufen werden und in welcher Geschwindigkeit, muss situationsgerecht entschieden werden. Wichtig ist, Sie entscheiden überhaupt und lösen damit ein Problem.

© Christian Braun
www.braun-coaching.de
Twitter: http://twitter.com/Christian_Braun

Comments (2)

  1. Ich staune immer wieder, wie klar man Dinge formulieren kann und wie selten diese nachweislich erfolgreiche Vorgehensweise in Praxis ignoriert wird. Aber genau so muss man es machen. Und vor allem im Nachhinein zu seiner Entscheidung stehen.
    VG Henrik

  2. Meine Meinung: Punkte 1-7 müssen bei einer Führungskraft automatisch ablaufen, eigentlich eine Selbstverständlichkeit (erstes oder zweites Semester BWL). In der Praxis passiert das kaum, weil es kaum noch Menschen gibt, die entscheiden können (bis auf Einzel-Unternehmer und Firmeninhaber). Manager maximieren in der Regel ihren eigenen Nutzen, Probleme lösen ist den meisten fremd und wird ausgesessen – hier passiert das, was sie am Anfang Ihres Beitrages schreiben: Es wird nicht entschieden. So kann dem Manager auch keine Fehlentscheidung passieren, die entgegen seiner persönlichen Nutzenmaximierung steht.
    Gruß, Hennes